Wie wird man eigentlich Reservist?

Reservist in unserem Sinne ist jeder ehemalige Soldat der deutschen Bundeswehr. Neuerdings zählen dazu auch ehemalige Angehörige der Nato-Partner sowie ehemalige Angehörige der französischen Fremdenlegion. Frühere Angehörige der Nationalen Volksarmee der DDR können ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen den Status eines Reservisten der deutschen Bundeswehr erhalten.

Wo trifft man Reservisten?

In vielen Städten und Gemeinden gibt es Reservistenkameradschaften, das sind lokale Vereine, die unter dem Dach des VdRBw zusammengeschlossen sind. Dort trifft man engagierte Reservisten, die gerne einen Überblick über ihre Aktivitäten geben. Auskunft, wo sich die nächstgelegene Reservistenkameradschaft befindet, erhält man bei der Kreisgeschäftsstelle.

Was verbindet Reservisten?

Alle Soldaten haben während ihrer aktiven Dienstzeit etwas kennen gelernt, das es im zivilen Leben nicht gibt: Es ist die Kameradschaft, dieses Wir-Gefühl, das alle verbindet, die jemals eine Uniform getragen und gemeinsam Widrigkeiten aber auch Schönes erlebt haben, wie dies eben aufgrund der außergewöhnlichen Situationen, mit denen man dort konfrontiert wird, nur beim Militär möglich ist. Auch das Bewusstsein, mit vielen gemeinsam einen durchaus sinnvollen Dienst geleistet zu haben, prägt dieses Gefühl.

Was bedeutet "Freiwillige Reservistenarbeit"?

Die allermeisten Reservisten sind nicht mobilmachungseingeplant, d.h. nicht einer sog. Mob-Einheit der Bundeswehr zugeteilt. Deshalb wurde die Freiwillige Reservistenarbeit ins Leben gerufen, um all diesen die Möglichkeit zu geben, trotzdem an militärischen Aus- und Weiterbildungen, Wettkämpfen, Truppenbesuchen und sicherheitspolitischen Seminaren teilzunehmen. Die Teilnahme an solchen Veranstaltungen ist grundsätzlich freiwillig. Jeder betätigt sich im freigewählten Umfang. Aktivitäten mit rein militärischem Charakter werden im Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, in der Regel in Bundeswehrliegenschaften durchgeführt. Dazu zählen z.B. die von der aktiven Bundeswehrzeit sicher noch bekannten Wertungsschiessen mit Bundeswehrwaffen zum Erwerb der Schützenschnur, die Teilnahme an Truppenbesuchen und Kurzlehrgängen mit Ausbildungszielen wie z.B. dem Helfer im Sanitätsdienst. Diese militärischen Veranstaltung werden i.d.R. als DVag, also als Dienstliche Veranstaltung, in Uniform, durchgeführt.

Zu was verpflichtet die Mitgliedschaft im VdRBw e.V.?

Die Mitgliedschaft verpflichtet zu nichts. Lediglich jene Reservisten, die zur Teilnahme an DVag von der Bundeswehr mit Uniformen ausgestattet wurden, sollten regelmäßig an solchen, militärischen Veranstaltungen teilnehmen.

Woher bekommt man eine Uniform, um an Dienstlichen Veranstaltungen teilnehmen zu können?

Der Interessent meldet sich beim zuständigen "Feldwebel für Reservisten" oder der nächsten Kreisgeschäftsstelle des VdRBw, der den Antrag weiterreicht.

Was ist eine Dienstliche Veranstaltung (DVag) und was gibt es dabei zu beachten?

Eine DVag ist eine Dienstliche Veranstaltung, die in einem Erlass geregelt ist. Dienstliche Veranstaltungen sind Vorhaben der Streitkräfte, die insbesondere im Rahmen der verwendungsbezogenen und der verwendungsunabhängigen Freiwilligen Reservistenarbeit der militärischen Aus-, Fort- und Weiterbildung oder Militärischen Förderung, der Verteidigungspolitischen Arbeit, der offiziellen Vertretung der Streitkräfte in der Öffentlichkeit oder der Festigung der dienstlichen Kontakte zu den Soldaten der Bundeswehr, der verbündeten sowie befreundeten Streitkräfte im Rahmen von Information und Betreuung dienen. Durch seinen MobTruppenteil oder sein zuständiges VBK, in Ausnahmefällen auch durch das Streitkräfteamt, wird der Reservist zu einer solchen Veranstaltung zugezogen; (im Gegensatz zur Heranziehung). Mit seinem Einverständnis (!) erhält er mit der Zuziehung den Status Soldat und zwar für den Zeitraum vom Eintreffen am Ort der Veranstaltung bis zum Ende der Veranstaltung. Er hat wie in der Wehrübung alle Rechte und Pflichten – mit einer Ausnahme: Er erhält keinen Wehrsold, keine Unterhaltssicherung und hat keinen Anspruch auf Schutz nach dem Arbeitsplatzschutzgesetz. Damit bleiben neben den Pflichten des Soldaten aber immerhin die Erstattung der Fahrtkosten für Hin- und Rückfahrt, kostenfreie Verpflegung und Unterkunft, soweit es die Art der Veranstaltung erfordert und ggf. unentgeltliche truppenärztliche Versorgung. Die Dauer einer DVag beträgt in der Regel bis zu drei Tagen, in Ausnahmefällen kann sie auch bis zu 5 Tagen dauern. Die Anmeldung zu einer DVag erfolgt in der Regel für die verwendungsbezogene Freiwillige Reservistenarbeit beim S1 des MobTruppenteils und für die verwendungsunabhängige Freiwillige Reservistenarbeit beim VBK oder dem zuständigen Feldwebel für Reservisten (FwRes). Im letzteren Falle kann der Antrag (formlos) auch bei der örtlichen Geschäftsstelle des VdRBw abgegeben werden. Der zuständige OrgLeiter bearbeitet den Antrag weiter.

Bin ich Reservist?

Reservist ist jeder Wehrpflichtige, der in der Bundeswehr gedient hat (und sei es nur ein Tag) und für den keine dauernde Wehrdienstausnahme vorliegt.

Wie lange ist man wehrpflichtig?

Die Wehrpflicht endet für Mannschaften und Ungediente in dem Jahr, in dem das 45. Lebensjahr, für Unteroffiziere und Offiziere in dem Jahr, in dem das 60. Lebensjahr vollendet wird. Wer dieses Alter überschritten hat, ist dann ehemaliger Reservist und kann sich mindestens bis 60. bzw. 65 Jahre weiterhin engagieren.

Was ist eine Beorderung?

Als Reservist kann man auf einen Dienstposten eingeplant und herangezogen werden. Hierüber erhält mein einen Heranziehungsbescheid des Karrierecenters. Liegt ein solcher Bescheid vor, ist man beordert.